Malusdatei in der KFZ Versicherung

Die Malusdatei ist unter anderem auch als "schwarze Liste" der Versicherungen bekannt. Das Wort Malus stammt aus dem lateinischen und bedeutet böse. Es handelt sich dabei um eine zentrale Datenbank, auf welche eine Vielzahl von Versicherungen Zugriff haben. Bevor ein Versicherungsantrag angenommen wird, prüft die jeweilige Gesellschaft, ob über den Versicherungsnehmer Daten in der Malusdatei eingetragen wurden.

Welche Daten werden in der Malusdatei gespeichert?

In der Malusdatei werden Daten zu aktuellen Unfällen der Versicherungsnehmer gespeichert. Dabei werden die persönlichen Daten eines Versicherten wie Name und Anschrift ebenso eingetragen, wie das Kennzeichen eines Fahrzeugs und die Nummer des Versicherungsscheins. Zudem wird vermerkt, wie viele Schäden ein Versicherungsnehmer in einem Versicherungsjahr bei der Versicherung gemeldet hat. Weitere Eintragungen betreffen die Schadensklasse sowie ein eventuelles Stornodatum eines Vertrages.

Wozu dient die Malusdatei?

Immer wieder versuchen Versicherte nach einem Schaden schnell die KFZ Versicherung zu wechseln, um eine Rückstufung der Schadenfreiheitsklasse zu umgehen. Im Versicherungsantrag der neuen Versicherung wird dann der betreffende Schaden verschwiegen. Aus diesem Grunde prüfen Autoversicherungen vor der Annahme eines Versicherungsantrags, ob über den Antragsteller Eintragungen in der Malusdatei vorhanden sind. Wird dabei festgestellt, dass im Versicherungsantrag falsche Angaben gemacht wurden, kann die Versicherung die Annahme des Antrags ablehnen. Es gehört zu den Pflichten eines Versicherungsnehmers, im Versicherungsantrag wahrheitsgemäße Angaben zu machen. Zudem muss er alle Fakten angeben, die für die Gesellschaft wichtig sind bei der Entscheidung, ob ein Antrag angenommen wird oder nicht.

Malusdatei schützt Versicherungen vor Betrug

In erster Linie nutzen die Versicherungsgesellschaften die Datei, um möglichen Betrugsfällen vorzubeugen. So kommt es immer wieder vor, dass Autofahrer durch die Provozierung von Unfällen einen Versicherungsbetrug begehen. Umgangssprachlich ist diese Praxis auch als "Autobumserei" bekannt. Nach dem Unfall legen die Verursacher den Schaden bei der Versicherung vor und kassieren mit falschen Kostenvoranschlägen hohe Reparaturkosten. Das Fahrzeug wird jedoch nur notdürftig repariert, um damit den nächsten Unfall zu provozieren. Anhand der Anzahl der Schäden in der Malusdatei lassen sich solche Praktiken erkennen. Versicherungsnehmern, die solche betrügerischen Praktiken ausüben, kann der Versicherungsvertrag gekündigt werden. Diese werden dann auch bei keiner anderen Versicherung mehr einen Vertrag erhalten. Somit hilft die Datei auch den ehrlichen Versicherungsnehmern. Denn je mehr Schäden bei einer Versicherung gemeldet werden, desto größer ist auch die Gefahr einer Erhöhung der Prämie.

Angaben im Versicherungsvertrag müssen stimmen

Jeder Autofahrer sollte im Versicherungsantrag unbedingt wahrheitsgemäße Angaben machen. Andernfalls riskiert er seinen Versicherungsschutz oder auch die Verhängung einer Vertragsstrafe. Erkennt die Versicherung die falschen Angaben beim Antrag, wird der Versicherungsantrag gar nicht erst angenommen. Da diese Daten nun gespeichert sind, kann es passieren, dass ein Autofahrer keine KFZ-Haftpflichtversicherung mehr abschließen kann. Da diese jedoch gesetzlich vorgeschrieben ist, hat dies die Folge, dass der Fahrer mit seinem Fahrzeug nicht mehr am öffentlichen Straßenverkehr teilnehmen kann.

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