Irreführend oder sinngemäß: Österreichischer Mineralölkonzern OMV bietet teuren Winterdiesel an
Ab Mitte November stellen Tankstellen auf Winterdieselkraftstoff um, ohne den geringsten Aufpreis für Kunden. Doch so mancher Autofahrer von Dieselfahrzeugen an süddeutschen Tankstellen wird wohl in diesem Winter mit fragenden Blick an der Zapfsäule stehen. Denn der österreichische Mineralölkonzern OMV bietet zwar seinen Kunden im süddeutschen Raum ebenfalls Winterdieselkraftstoff an, aber mit einem Aufpreis von 10 Cent pro Liter gegenüber dem regulären Preis.
Darüber kann der ADAC nur noch mit dem Kopf schütteln und hält das Angebot bzw. die Bezeichnung „Winterdiesel“ des Mineralölkonzerns für “irreführend”. Die Produktbezeichnung suggeriert dem Verbraucher, er müsse im Winter diesen OMV Kraftstoff tanken, welcher jedoch im Vergleich zum herkömmlichen Diesel immerhin 10 Cent teurer ist. Denn der so genannte Winterdiesel ist auch ohne Mehrkosten bei Temperaturen von bis zu Minus 22 und in seltenen Fällen bis zu 25 Grad standfest. OMV hingegen hält den Aufpreis seines Winterdiesels für legitim, weil dieser durch Zugabe von Additive eine Frostsicherheit bei Temperaturen von Minus 35 Grad garantiert und damit gleichzeitig eine längere Lebensdauer des Fahrzeugs.
Warum der Diesel überhaupt im Winter umgestellt werden muss
Dass Dieselkraftstoff überhaupt im Winter umgestellt werden beziehungsweise bestimmte Zusatzstoffe enthalten muss, damit Autofahrer von Dieselkraftfahrzeugen den Winter ohne streikenden Motor überstehen, liegt daran, dass der Kraftstoff in seiner herkömmlichen Form sehr frostempfindlich ist. Bereits ab einer Temperatur von Minus sieben Grad bilden sich die ersten Wachskristalle und der Diesel wird trübe. Das kann zur Folge haben, dass die durch Kälte gebildeten Paraffin-Abscheidungen Leitungen und Filter verstopfen und der Motor springt nicht mehr an. Um das wiederum zu verhindern wird dem Dieselkraftstoff so genannte Additive beigemischt.
Und eben weil Diesel sehr frostempfindlich ist, wird zwischen Mitte November und Februar an deutschen Tankstellen gemäß DIN EN 590 Winterdieselkraftstoff mit einer Frostsicherheit von bis zu Minus 20 Grad angeboten. Bereits in der Übergangszeit zwischen einmal Oktober und November sowie März und April ist der angebotene Diesel gefeit gegen Temperaturen bis zu Minus 10 Grad. Dafür müssen Autofahrer dann nicht mehr als den regulären Kraftstoffpreis zahlen.
Der ADAC fordert nun, dass alle deutschen Mineralölhersteller Winterdiesel mit einer Frostsicherheit von bis zu Minus 25 Grad anbieten. In Österreich beispielsweise ist das bereits gewährleistet.
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